Hilfe bei Tinnitus

Immer mehr Menschen sind von Tinnitus betroffen. Wie Ärzte das Problem behandeln, wie Sie vorbeugen und selbst etwas dagegen tun können.

Völlig normal ist es, wenn man manchmal ein ganz hohes und feines Sirren hört. Das kann zum Beispiel eine Folge von Hektik, Stress oder Anstrengung sein. Wenn man aber allerdings über Tage und Wochen unter Ohrgeräuschen wie, Rauschen, Zischen, Piepen oder Summen leidet und das Wohlbefinden ernsthaft gestört ist, handelt es sich um Tinnitus, chronisch wenn das Ohrensausen 3 Monate und länger dauert. Durch Lärm oder Entzündungen können zum Beispiel Störungen im Innenohr oder im Hörsystem ausgelöst werden. Hörsinneszellen können überaktiv sein und Signale produzieren, die von unserem Gehirn als Geräusche interpretiert werden. Überreizungen durch Stress oder psychische Faktoren können Tinnitus auslösen oder dazu beitragen.

Quälende Phantomgeräusche treten häufig nach einem Hörsturz (plötzliche Durchblutungsstörung) auf. Bei plötzlichen und stark auftretenden Ohrgeräuschen oder dazu kommende Hörminderung, sollte man binnen 24 Stunden einen HNO-Arzt aufsuchen. Liegen organische Gründe vor? Zum Beispiel einen Gefäßverengung oder ein Hörschaden? Oder sind die Auslöser, Stress, Lärm und eventuell psychische Faktoren? Die größten Erfolgsaussichten bei schwerem Tinnitus bestehen bei einer frühestmöglichen beginnenden Therapie.

In Deutschland wurden noch keine speziellen Medikamente gegen Tinnitus zugelassen. Infusionen mit dem Wirkstoff Lidocain sind eine Notlösung und werden wegen möglichen Nebenwirkung nur kurzfristig eingesetzt. Was hat das Ohr mit dem Kiefer zu tun? Druck auf das Innenohr ausüben kann eine ungünstige Kiefer-oder Zahnstellung. Eine falsch sitzende Überkronung oder ein gezogener Zahn können manchmal zu einer spürbaren Fehlstellung des Unterkiefers führen. Die Adern können durch den Druck verengen, dadurch werden das Innenohr sowie auch häufig das Mittelohr nicht genügend mit Blut versorgt und die Hörsinneszellen sind irritiert. Ein HNO-Arzt sollte bei Tinnitus auch den behandelnden Zahnarzt in die Diagnostik mit einbeziehen und die Kieferstellung prüfen.

Vielen Betroffenen helfen auch die neuen Therapie-Varianten, mit denen sie selbst gegen ihren Tinnitus vorgehen können. Die Neuro-Musiktherapie wird von Experten als gut geeignet beurteilt. Die Kombination aus Gehörschulung und Entspannung senkte laut einer klinischen Studie, bei 85 Prozent der Patienten psychische Folgebeschwerden wie Schlafstörungen, Depressionen oder Gereiztheit. Es werden verhaltenstherapeutische Programme angeboten, mit denen man auch gegen die Folgebelastungen zu Hause angehen kann. Bei chronischem Tinnitus können auch oft Sitzungen bei einem Psychotherapeuten unterstützend helfen. Die Kosten für diese Maßnahmen werden von den gesetzlichen Krankenkassen ganz oder teilweise übernommen, aber die Kostenübernahme kann auch abgelehnt werden. Entschieden wird immer nach Einzelfall.

Sollten psychische Faktoren, Lärm oder Stress, Auslöser für Tinnitus sein, helfen oft schon mehr Gelassenheit und Ruhe. Eine ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin, viel Bewegung und Pausen an ruhigen Orten. Betroffene sollten sich entspannende Ablenkung suchen, zum Beispiel sich auf eine langsame und tiefe Bauchatmung konzentrieren, oder Orte aufsuchen an denen man bewusst natürlichen Geräuschen wie Wasser plätschern oder Vogelgezwitscher nach lauschen kann. Versuchen, die Ohrengeräusche zu ignorieren, denn je mehr man seinen Tinnitus beachtet umso heftiger wird das Problem.

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Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für die Information, dass man nach einem Hörsturz sofort zu einem Hals Nasen Ohrenarzt gehen sollte. Ich hatte vor einigen Stunden plötzlich ein Gefühl im Ohr, als sei etwas verstopft. Nach einiger Recherche denke ich nun, dass es ein Hörsturz sein könnte.

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